Mietergemeinschaft Waldstraße 22

Unser Haus wurde 1910 erbaut. In den 80-ern erhielt es eine „Ost-Reko“. Es gibt 12 Wohnungen und 2 Gewerbeeinheiten. Aktuell sind davon noch 5 Wohnungen vermietet. Mieter sind aktuell Familien und Alleinstehende, verwurzelt im Kiez durch Kita, Schule und Freundes- sowie Bekanntenkreis (viele sind wir ja leider nicht mehr …). Wir wohnen seit 8 bis 20 Jahren hier.

 

Der aktuelle Zustand des Hauses ist schlecht, Schäden zeigen sich im Treppenaufgang, in den Kellerräumen (ständig Feuchtigkeit und Schimmel), an der Fassade, an inzwischen gesperrten Balkonen, am Dach, an geborstenen Heizungsrohren in leer stehenden Wohnungen usw. Nur die vermieteten Wohnungen sind durch die Mieter mit viel Zeit und finanziellem Aufwand selbst hergerichtet worden. Seit ca. 8 Jahren werden frei gewordene Wohnungen nicht mehr vermietet und stehen dann leer.

 

Eine erste Modernisierungsankündigung gab es im Februar 2011, dagegen wehrten sich einige der damals noch 10 Mietparteien. 5 Mietparteien (davon 2 Gewerbetreibende) zogen aus, einem Mieter wurde gekündigt – er wehrte sich erfolgreich.

 

Die zweite Modernisierungsankündigung kam im August 2011. Die verbliebenen Mieter wehrten sich weiterhin, danach gab es teilweise nach gerichtlichen Verhandlungen über den Mieterverein Einigungen und Duldung der Moderniesierungsmaßnahmen, teilweise laufen die gerichtlichen Auseinandersetzungen weiterhin. In der zweiten Modernisierungsankündigung wurde eine Grundmiete nach Modernisierung von bis zu 7,84 Euro (verschieden bei den Mietern) veranschlagt.

 

Wir wollen eine Instandsetzung schon seit Langem, da seit 20 Jahren nur das Allernötigste seitens des Vermieters am Haus und in den Wohnungen gemacht wurde. Aber es soll so instandgesetzt werden, dass die Wohnungen danach bezahlbar bleiben und nicht „teuermodernisiert“ werden. Wir als Mieter möchten nicht die Kosten für bisher nicht geleistete Instandsetzung als Modernisierung tragen müssen.

 

Wir sind grundsätzlich an einer friedlichen, sachlichen Lösung interessiert, haben aber bisher nicht das Gefühl, vom Vermieter gehört worden zu sein. Ein schon vor der ersten Modernisierungsankündigung von allen damals im Haus lebenden Mietern aufgesetztes Schreiben zu Vorstellungen und Ideen der Mieter hinsichtlich der bevorstehenden Modernisierung wurde vom Vermieter zwar registriert, jedoch in keiner Weise berücksichtigt. Das zeigte uns also eher, der Vermieter ist an gedanklichem Austausch und Gesprächen und Verhandlungen nicht interessiert, sondern will seine eigenen Vorstellung um jeden Preis durchdrücken. Die Mieter an sich scheinen dabei keine Rolle zu spielen. Ein Gesprächsangebot seitens des Vermieters gab es zu keinem Zeitpunkt!

 

Wir haben uns dem Bündnis „Pankower MieterProtest“ angeschlossen, weil wir die grundsätzlichen Forderungen des Bündnisses teilen und hoffen, dass dadurch ein Umdenken stattfindet, wodurch weitere Mieterverdrängung verhindert wird und Wohnraum auch für Familien, Alleinstehende und Geringverdienende bezahlbar bleibt.

Lage

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