Mietergemeinschaft Pestalozzistraße 4

Das Haus Pestalozzistraße 4 wurde 1908 in Hufeisenform erbaut. Es hat 40 Wohneinheiten in vier Aufgängen, davon je zwei im Vorderhaus und zwei im Hinterhaus. Das Haus stand bis zur Wende unter Verwaltung der KWV und war anschließend in Restitutionsbestand der WohnBau Pankow. Die Restitutionsverhandlungen waren 2001 abgeschlossen, seitdem gehörte das Haus der Gesobau. Etwa 60% der Wohnungen stehen momentan leer, nicht wenige davon schon seit Jahren.

 

Instandsetzungsarbeiten wurden auch seit 2001 nur dann durchgeführt, wenn Mängel eine ernsthafte baugesundheitliche Bedrohung darstellten – selbst wenn sie von den Mietern regelmäßig gemeldet wurden.

 

Die Hausgemeinschaft begrüßt eine Sanierung nachdrücklich. Doch denken wir, dass eine Sanierung, welche alle Maßnahmen einplant, durch die Modernisierungsumlagen generiert werden – meist ohne Instandsetzungsabzug –, nicht umlagefähige gravierende Mängel jedoch nicht beseitigt werden, nicht angemessen ist.

 

Einige Erdgeschoßwohnungen sind durch aufsteigende Feuchtigkeit und Schimmel bzw. Hausschwamm im Erdgeschoss unbewohnbar und baupolizeilich gesperrt. Auch die Keller sind durch Feuchtigkeit und Schimmel schwer geschädigt und größtenteils nicht zum Abstellen privater Gegenstände nutzbar. Das Dach ist undicht, die oberste Geschoßdecke teilweise voller Wasserflecken. Der Dachstuhl ist durch Baugift (Hylotox) kontaminiert. (Über eine mögliche Kontamination der obersten Wohnungen macht die Gesobau keine Angaben).

 

Viele Wohnungen und Bäder des Hauses wurden von Mietern eigenfinanziert saniert. Diese sollten bei der Modernisierung herausgerissen und neu gebaut werden, was teilweise eine deutliche Verschlechterung des bestehenden Standards bedeuten würde. Zahlreiche, teilweise eigenfinanzierte Gasetagenheizungen samt Gasherden, sämtlichen Gasleitungen und intakten Heizkörpern sollen ersetzt werden, weil die Gesobau den Einbau einer Gaszentralheizung im Keller plant, mit einer Solaranlage auf dem Süddach zur Unterstützung der Warmwasserbereitung.

 

Die Hauseingangstüren der Aufgänge im Hinterhaus schließen nur schlecht und stehen oft offen. Die relativ neuen Klingelanlagen wurden eingesetzt, ohne dass der Putz erneuert wurde und da der Objektverwalter sich nicht um das Einsetzen von Klingelschildern kümmert, blieb den Mietern nichts anderes übrig, als sie von außen zu bekleben, wodurch die Beleuchtung nicht mehr sichtbar ist. Der Ersatz dieser Anlagen wird den Mietern nun als Modernisierung aufgebürdet.

 

Die geplante Volldämmung der Fassade mit Polystyrolplatten von 14 cm Dicke wird in diesem Haus keine ausreichende Energieeinsparung bringen, aber den Lichteinfall stark einschränken, für eine Verbreitung von Schimmelsporen übers ganze Haus sorgen, die Brandgefahr erheblich heraufsetzt, und ist obendrein unverhältnismäßig teuer.

 

Die übergroße Mehrheit der noch im Haus verbliebenen Mieter hat die im Dezember 2012 angekündigten Modernisierungsmaßnahmen nicht geduldet.

 

Bei Gesprächen mit der Gesobau wurden den Mietern nur lückenhafte Informationen zur Verfügung gestellt und erst auf immer wieder kehrende Nachfragen hin Berechnungsgrundlagen zugänglich gemacht. Es wurden pauschale Zustimmungserklärungen verlangt, in Verbindung mit der Aussage, anschließend sehe man, wie und ob man dem Mieter entgegen kommen könne. Gesobau-Mitarbeiter erschienen zu Gesprächen mit Mietern mit leeren Händen und sich Zusagen entpuppten sich immer wieder als bloße Lippenbekenntnisse, die unter keinen Umständen schriftlich zu fixieren waren. Mitarbeiter machten widersprüchliche Aussagen, bis dahin, dass einer eine Zusage machte, der andere sie widerrief.

 

So blieb den Mietern nur der Protest im Verbund mit anderen Häusern.

Lage

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