Damerowstraße 54 Aufgänge 1 und 2 / Mendelstraße 2

 

Das schöne Eckhaus Damerowstr. 54/ Mendelstr. 2 wurde im Jahr 1905 erbaut. Das Haus verfügt über insgesamt 17 Wohneinheiten, die bis 2014 alle bewohnt waren. Zur Mieterschaft zählen junge und ältere Einzelhaushalte, Familien mit Kindern, Ehepaare deren Kinder bereits aus dem Haus sind sowie eine Wohngemeinschaft. Viele sind langjährige Bestandsmieter mit einer Wohndauer zwischen 9 und über 40 Jahren. Auch die 4 Gewerbeeinheiten wurden bis dato von kleinen Firmen verschiedener Branchen genutzt.

 

Auch an diesem Haus fanden in den zurückliegenden Jahren seitens des Vermieters nur die nötigsten Instandhaltungsmaßnahmen statt. Immer wieder wurde das Aufdecken und Anzeigen schwerwiegender Mängel den Mietern überlassen. Der Keller war feucht und durch ständiges „Hochwasser“ nicht zugänglich. Eine verwahrloste Erdgeschosswohnung, die bereits seit 10 Jahren aus dem Bestand genommen war und zeitweise als Fahrradabstellraum genutzt wurde, verbreitete unerträglichen Schimmelgeruch. Nur durch ständiges Insistieren der Mieter gelang es, dass diese Wohnung endlich saniert und bezogen werden konnte und auch der Keller wieder zugänglich wurde.

 

Auf Mieterinitiative entstanden auf dem Hof - neben Spielmöglichkeiten für Kinder - eine Gartenlaube, wo die Bewohner sich treffen und auch feiern konnten. Für neue Bepflanzungen im Hof und Vorgarten wurde immer wieder selbst gesorgt. An der Fassade wuchsen Efeu, Clematis, Kletterhortensie und wilder Wein. Viele Mieter haben ihre Wohnungen - vom Heizungseinbau bis zur Komplettsanierung inklusive der Küchen und Bäder - in Eigenleistung und selbst finanziert - in einen modernen Zustand gebracht.

 

Aber ab jetzt wird alles besser!

 

In einer Mieterversammlung im November 2014 wurde uns das Modernisierungsvorhaben des Hauses für das Jahr 2016 in groben Zügen vorgestellt. Seitdem begannen erste Mieter auszuziehen.

 

Alle verbliebenen Mieter erhielten ein Jahr später im November 2015 Ihre Modernisierungsankündigung.

 

Von den Mietern wird die längst überfällige Instandsetzung ihres Hauses durchaus begrüßt. Aber viele der geplanten Maßnahmen gehen deutlich über diesen Instandsetzungsbedarf hinaus. Der energetische und ökologische Nutzen der Vorhaben bleibt fragwürdig und eine wirkliche Wohnwertverbesserung ist oft nicht zu erkennen. Es werden aber in jedem Fall enorme Mietsteigerungen generiert. Inwieweit diese im Einklang mit den mietpreisdämpfenden Ambitionen der landeseigenen GESOBAU AG stehen, bleibt unbeantwortet.

 

Die bis heute im Haus lebenden 8 Mietparteien stehen den geplanten Maßnahmen daher nach wie vor kritisch gegenüber. 5 Mietparteien wurden bereits vor Monaten auf Duldung verklagt. Einige allein lebende Mieter, hauptsächlich aus den 2-Zimmer-Wohnungen, haben der Modernisierung zugestimmt, da sie zum Teil die Härtefall-Regelungen in Anspruch

nehmen konnten. Sie sind zu Beginn der Baumaßnahmen in Umsetzwohnungen gezogen.

 

Seit April 2016 sind wir nun Zeugen eines Baugeschehens, welches man chaotisch nennen muß. Obwohl die Wohnungen zweier kompletter Stränge leer sind und sofort begonnen wurde alles zu demontieren und Wände zu entfernen, ist selbst ein halbes Jahr später nicht ansatzweise zu erkennen, dass diese Wohnungen in naher Zukunft fertiggestellt werden.

 

Unser Hof ist seitdem von Baumüll und Dreck übersät. Auch die Hausreinigung findet seit einem halben Jahr nicht mehr statt. Seit Wochen stehen Gerüste an der Hof- und Straßenseite. Außer das die Dämmplatten - im Vergleich zum restlichen Baugeschehen - geradezu in Windeseile an unsere Hoffassade geklebt wurden, passiert mitunter wochenlang nichts. Wir Mieter erhalten keinerlei offizielle Informationen zum gegenwärtigen Stand des Baugeschehens. Bis in die jüngste Vergangenheit haben Mieter versucht, in Gesprächen mit der GESOBAU nach vernünftigen Lösungen zu suchen. Bis auf eine Familie, die sich kürzlich außergerichtlich einigen konnte, ist dies leider gescheitert!

 

Seit langem verfolgen wir bereits die Aktivitäten des „Pankower Mieterprotests“. Jetzt haben sich die verbliebenen Mieter entschlossen diesem Verbund von Häusern beizutreten und ihn in seinen Bemühungen zu unterstützen.

 

Lage

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